Kulturatlas : Nordstrand


LancewadPlan Schleswig-Holstein
Historische Landschaftscharakterisierung
Nordstrand
 

Karten

 
 
1. Überblick
 

Name der Landschaftseinheit:
 
Nordstrand
Grenzen:
Halbinsel, benachbarte Landschaftseinheiten sind Pellworm, die Halligen, die Südergosharde und Eiderstedt.
 
Größe:
ca. 50 km²
 
Ort/Lage
Insel im Wattenmeer von Nordfriesland, Schleswig-Holstein, Deutschland
 
Namensherkunft:
Der Name rührt von einer Insel her, die vom 14. bis ins 17. Jh. existierte und auch „Nordstrand“ genannt wurde, da deren größere Vorgängerinsel vom hohen bis ins späte Mittelalter unter dem Namen „Strand“ bekannt war.
 
Beziehungen/ Ähnlichkeiten mit anderen Landschaften:
Verbunden mit Pellworm bis in die frühe Neuzeit
Aus dem späten Mittelalter stammende Warften wie in Dithmarschen und der Wiedingharde
Neuzeitliche Köge wie in der Nordergosharde, Dithmarschen
Hausformen wie in der ganzen  nordfriesischen Marsch und auf den Inseln
Vogelkojen wie in den Niederlanden und England, auf Föhr, Pellworm und Sylt
 
Charakteristische Elemente und Ensembles:
 
Hoch- und spätmittelalterliche Siedlungsspuren in angrenzenden Wattflächen
Planmäßig angelegte Köge und Deiche aus der frühen Neuzeit und Neuzeit
Frühneuzeitliche Bauernhöfe im uthlandfriesischen und Geesthardenhaus-Stil
Reste spätmittelalterlicher Warftreihen von Marschhufensiedlungen
Frühneuzeitliche Deichsiedlungen
Reste mittelalterlicher Deiche
Vogelkojen

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2. Geologie und Geographie
 
2.1 Allgemein
Die seit dem Ende der Eiszeit vordringende Nordsee erodierte die Moränenkerne der vorletzten Saaleeiszeit und die Sanderflächen aus der Zeit der letzten Vereisung. Das Gebiet des heutigen nordfriesischen Wattenmeeres wurde in der Folge mit marinen bedeckt, die sich im Laufe des 1. Jahrtausends vor Chr. und des beginnenden 2. Jahrtausends nach Chr. zu den ersten Marschen aufhöhten. Ein wiederholter Rückgang des Meeresspiegels führte zu großflächigen Vermoorungen in den östlichen Bereichen, die bei den erneuten Meeresvorstößen wieder von Sedimenten überlagert wurden. Die Torflagen unter der mittelalterlichen Marschoberfläche erreichten unter Nordstrand Dicken von bis zu einigen Metern.
Im Früh- und Hochmittelalter war das Gebiet wieder von weitflächigen Marschen und Mooren bedeckt. Eine Barriere aus Sandbänken und Inseln im Westen schützte dieses Land von der offenen Nordsee. Vieles davon wurde durch den Menschen während des Mittelalters entfernt. Nur die Salzmarsch von Nordstrandischmoor ruht noch heute auf den Resten des alten Moors. Der Schutzwall im Westen wurde seit dem 12. Jahrhundert zunehmend von der Nordsee erodiert. Das Meer drang dadurch wieder verstärkt in das Gebiet des heutigen Wattenmeeres ein und eine durch Priele zerrissene Marschenlandschaft entstand. Große, inselartige Marschen, die große Teile der Landschaft belegten, waren seit dem Ende des 12. Jahrhunderts bekannt als Insel Strand. Diese wurde während und nach einer katastrophale Sturmflut im Jahre 1362, bekannt als die „Große Mandränke“ noch stärker zergliedert.
Zusammen mit Pellworm blieb das Gebiet des heutigen Nordstrand aber weiterhin als Insel, die weiter „Strand“ oder später „Nordstrand“ genannt wurde, erhalten. Der Großteil dieser Marschen wurde durch schwere Sturmfluten bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts zerstört. Das Gebiet um Nordstrand liegt, wie Pellworm, auf einem höher als das umgebende Wattenmeer gelegenen, eiszeitlichen Moränensockel. Unter einer dünnen Kleidecke lagen meterdicke Torfschichten. Diese wurden jedoch bereits im Spätmittelalter abgetragen. Nordstrand ist umgeben von den Halligen Nordstrandischmoor im Norden, Südfall im Westen und der Halbinsel von Eiderstedt im Süden. Der tiefe Wattstrom der Norderhever, der die mittelalterliche Insel Strand nach und nach teilte, trennt nun Nordstrand von Pellworm.
 
Die Häuser von Westendeich stehen auf einem alten Deich. Eine Warf liegt im Vordergrund.
Die Häuser von Westendeich stehen auf einem alten Deich. Eine Warf liegt im Vordergrund.
 
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2.2 Gegenwärtiges Landschaftsbild
Die Marschen von Nordstrand sind flach und offen und liegen nur knapp über dem mittleren Tidehochwasser. Einige Bäume entlang von Straßen und um Höfe, viele Deiche und Warften sowie einige moderne Windkraftanlagen sind Elemente, die die Sicht neben den zumeist einstöckigen Gebäuden, den drei Kirchen und den modernen Kurgebäuden bestimmen. Mit Ausnahme des Beltringharder Koogs, der die Insel mit dem Festland verbindet, sind die Köge relativ klein und von unregelmäßiger Form. Das durch Wassergräben in rechteckige, kleinteilige Felder aufgeteilte Marschland wird für Ackerbau und Viehzucht genutzt. Die einzelnen, Gehöfte und Häuser sind verstreut oder ohne größere Konzentration entlang der Deiche und Straßen gebaut. Abgesehen von der Hauptstraße, die den Hafen von Strucklahnungshörn mit dem Festland verbindet, existieren nur wenige schmale Straßen, die entweder auf ehemaligen Deichen verlaufen oder die Köge geradlinig durchschneiden.
 
Die Kirche von Odenbüll. 
Die Kirche von Odenbüll.
  
3. Landschafts- und Besiedlungsgeschichte
 
3.1 Vor- und Frühgeschichte, Mittelalter
Die durch die verschwundenen Hochmoore bedingte Siedlungsstruktur aus dem Spätmittelalter ist heutzutage immer noch sichtbar. Es handelte sich um eine gut organisierte Besiedlung, vergleichbar mit anderen Siedlungen in moorigen Gebieten in Dithmarschen, die in langen Warftenreihen durchgeführt wurde, von denen ursprünglich auf parallelen, schmalen Feldstreifen der Torf gestochen und Boden urbar gemacht wurde. Die Warftenreihen aus einzelnen Höfen, wie im Alten Koog bei Odenbüll und bei Mitteldeich, reichten damals weiter nach Norden und Süden in das Gebiet des heutigen Wattenmeers. Diese Marschhufensiedlungen wurden zum größten Teil durch die Sturmflut von 1634, zerstört. Das Watt nördlich und südlich von Nordstrand zeigt aber immer wieder großflächige Spuren dieser Besiedlung. Vor allem im Westen und Süden der Hallig Südfall finden sich Spuren von Warftgruppen, die der 1362 zerstörten Siedlung Rungholt zugeschrieben werden. Andere Überreste aus der Zeit vor 1634 sind ebenfalls noch vorhanden. Die Spuren mittelalterlicher Deiche sind ebenso sichtbar wie der Verlauf vieler Priele und lassen sich noch heute anhand der Feldstrukturen im Trendermarscherkoog und im Alten Koog erkennen. Die Kirche von Odenbüll wurde erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt und ist das einzige erhaltene Bauwerk dieser Zeit. Sie wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrfach erneuert.
  
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3.2 Frühe Neuzeit
Nach der Sturmflut von 1634 wurden die alten Marschen wiederholt mit neuen Sedimenten bedeckt, bis erst 20 Jahre später ein Niederländer mit der Erlaubnis des dänischen Königs schließlich erfolgreich Reste der früheren Marschen als Alter Koog mit einem Ringdeich sichern konnte. Dies begünstigte die weitere Aufhöhung von Salzmarschen auf den anderen Resten der alten Marschen, sodass noch im 17. Jh. weitere Köge im Süden und Osten des Alten Kooges durch ausländische Investoren eingedeicht werden konnten. Der Trendermarschkoog zeigt immer noch eine unregelmäßige Feldstruktur, die auf den Verlauf der alten Deiche und Priele schließen lässt. Die regelmäßigen Fluren des späteren Elisabeth-Sophien-Koogs zeigt das gut organisierte und geplante Vorgehen bei der Landgewinnung zu dieser Zeit und zudem seine deutliche Ähnlichkeit zu anderen, zeitgleichen Eindeichungen in der Region, besonders zu den Reußenkögen, die denselben Investor hatten.
 
Historische Karte von 1879: Südendeich und Herrendeich liegen zwischen dem Alten Koog (damals Friedrichskoog), dem Trendermarschkoog und dem Elisabeth-Sophien-Koog.
Historische Karte von 1879: Südendeich und Herrendeich liegen zwischen dem Alten Koog (damals Friedrichskoog), dem Trendermarschkoog und dem Elisabeth-Sophien-Koog.
 
Die Trassen vieler, zwischen den Warften verlaufender Wegverbindungen, wie der Grüne Weg und der Armenhausstieg, existieren noch heute. Siedlungen dieser Zeit nutzten die bestehenden Strukturen, sodass Häuser und Gehöfte auf alten Deichen erhöht gebaut werden konnten, wie bei Osterdeich, Herrendeich oder Hamburgerdeich.
Die Hallig Südfall, die sich westlich von Nordstrand im mit Siedlungsspuren übersäten Watt befindet, gelangte erst in den Jahrhunderten nach der Sturmflut 1634 durch die weitere Aufschlickung der Salzmarschen und gleichzeitigen Kantenabbruch zu ihrer heutigen Form und wurde später von einigen auf Warften gelegenen Gehöften aus landwirtschaftlich genutzt.
 
Karte der Hallig Südfall von 1879.
Karte der Hallig Südfall von 1879.
 
Die ältesten säkularen Gebäude Nordstrands können bis zum Ende des 17. Jh. zurückdatiert werden, wie ein Bauernhaus im uthlandfriesischen Stil von In der Velden in Herrendeich. Dieses ist umgeben von einer Graft, einem Wassergraben, der typisch für die Insel und die benachbarten Landschaftseinheiten ist und aus dem der Kleiboden für den Warftbau entnommen wurde. Die Kirche von St. Theresia war zu dieser Zeit bereits durch holländische Immigranten errichtet worden, welche kurz nach Eindeichung der ersten Köge von den Investoren angeworben wurden. Dadurch beherbergt sie heute noch eine der wenigen altkatholischen Kirchengemeinden Deutschlands. Ein Teich hinter dem Außendeich vom Neuenkoog erinnert als Rest einer Wehle an den Deichbruch während der Sturmflut von 1825. Diese zerstörte sämtliche Häuser auf der Hallig Südfall, die daraufhin bis ins frühe 20. Jh. unbewohnt blieb.
 
 
 
Unterschiedliche Flurstrukturen zwischen frühneuzeitlichen Kögen 1879.
Unterschiedliche Flurstrukturen zwischen frühneuzeitlichen Kögen 1879.
 
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3.3 Neuzeit
Die Inselbewohner stachen von einigen kleinen Häfen aus in See. Einige befanden die sich am Außendeich, wie Norderhafen, das heutzutage mit einer Mole ausgestattet ist. Andere lagen hinter einem Siel, wie Engländerdeich, das seine Hafenfunktion gegen Ende des 19. Jahrhunderts einbüßte, als es von der See durch die Eindeichung des Vorlands abgeschnitten wurde. Süderhafen wurde dann als neuer Hafen gegründet und wird bis heute immer noch für kleine Boote genutzt. Der neu eingedeichte Koog im Osten bestand vornehmlich aus noch ursprünglichen Marschen, die man hauptsächlich als Weideflächen nutzte. Außerhalb der Deiche im Osten der Insel lag die kleine Pohnshallig. Sie wurde schließlich nach dem Ersten Weltkrieg in einen neuen Koog integriert.
 
Auf der Karte von 1879 war die Pohnshallig immer noch vom Rest der Insel getrennt.
Auf der Karte von 1879 war die Pohnshallig immer noch vom Rest der Insel getrennt.
 
Während des 19. Jh. wurde die Landwirtschaft intensiviert. Die meisten der historischen Gehöfte, wie der Hof Omlandia in Moorsumkoog und Janssens Hof am Alten Deich, stammen aus dieser Zeit. Diese waren üblicherweise von Graften und Gärten umgeben, von denen viele heute noch existieren, wie am Pynakers Hof. Während die meisten dieser neueren Bauernhöfe im Geesthardenhaus-Stil gebaut sind, existieren auch einige wenige Häuser im uthlandfriesischen Stil, der vor allem im nördlichen Nordfriesland üblich war. Zwei hinter dem westlichen Außendeich liegende Vogelkojen aus dem frühen 20. Jh. erinnern an eine damals übliche Art des Vogelfanges, die ursprünglich aus den Niederlanden kam. Die neogotische Kirche von St. Knud ist das bedeutendste Bauwerk aus der Zeit der Jahrhundertwende.
Im frühen 20. Jh. wurde erstmals versucht, einen Priel zwischen der Insel und dem Festland abzudämmen, was jedoch erst 1936 von Erfolg gekrönt wurde. Dieser Damm markierte somit den Anfang vom Ende von Nordstrand als Insel.
 
Vogelkoje im Alten Koog.
Vogelkoje im Alten Koog.
 
Spuren von Deichreparaturen zeigen sich vor allem durch Pütten und Späthinge, oft mit Wasser gefüllte Gruben zur Kleientnahme im westlichen Teil des Trendermarschkoogs. Stöpen dienen als Tore in den alten Deichen im Falle eines Bruchs der Seedeiche dazu, die zweite Deichlinie zu schließen. Sie entstanden bei der Erweiterung des alten Straßensystems im 20. Jh. um dem größeren Verkehrsaufgebot gerecht zu werden.
 
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4. Aktuelle Entwicklung und Planung
 
4.1 Landnutzung
Die allmähliche Entwicklung von Nordstrand zu einer Halbinsel war endgültig mit der Eindeichung des Beltringharder Kooges 1987 abgeschlossen, welches den Landschaftswandel beschleunigte. In diesem Koog spiegelt sie auch die Verschiebung der Eindeichungspolitik von der Landgewinnung zum heutigen Küstenschutz wieder. Ebenso zeigt die Nutzung des Kooges als Süßwasserspeicher und Naturschutzgebiet das gestiegene Bewusstsein für den Naturschutz zu der Zeit. Die Hallig Südfall wurde deshalb zum Naturschutzgebiet erklärt und in den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer aufgenommen. Der aus diesen veränderten Prioritäten entstandene Landschaftsrahmenplan weist den Trendermarschkoog als mögliches Landschaftsschutzgebiet aus. Die Ausweisung des umgebenden Wattenmeeres als Grabungsschutzgebiet ist Indiz für ein zunehmendes Bewusstsein für kulturlandschaftliche Werte. Die Entwicklung des ländlichen Raumes war ebenso ein zentrales Thema der Politik in den letzten Jahrzehnten, was in den 60er Jahren zu Flurbereinigungen im Rahmen des Programms Nord führte, das landwirtschaftliche Flächen durch das Zuschütten und die Begradigung von Gräben vergrößerte und die Verkehrsinfrastruktur ausbaute.
 
4.2. Siedlungsentwicklung
Während die zunehmende Bedeutung des Tourismus die Einkommenssituation der Einwohner verbesserte, veränderte sich auch die Landschaft stark. Viele neuen Häuser und v. a. Zweitwohnungen, geben den Siedlungen ein eher dorfähnliches, dichter bebautes Erscheinungsbild, wie z.B. entlang der Landstraße 30, in Osterdeich, Süden oder Süderdeich. Die Kurgebäude führten eine moderne, gänzlich ortsuntypische Architektur ein, bereicherten aber gleichzeitig die Insel um Angebote für einen gesundheitsorientierten Langzeit- und Ganzjahrestourismus.
Dieser recht unregulierte Bauboom begünstigte die Ausweisung des Gebietes als Ordungsraum für Tourismus und Erholung im Raumordnungsplan, der den Bau neuer touristischer Gebäude erheblich einschränkt.
 
4.3 Industrie und Energie
Wie für Küstenregionen typisch wurden in den 1990er Jahren Windkraftanlagen in den Kögen im Nordosten errichtet. Ein größerer Windpark ist im Morsumkoog und Elisabeth-Sophien-Koog zu finden. Ebenso wurden einige Anlagen bei Dreisprung errichtet.
 
4.4 Infrastruktur
Die Anbindung an das Festland über einen Straßendamm resultierte in einer starken zentralen Verkehrsachse und führte aufgrund der verbesserten Erreichbarkeit besonders zu einem weiteren Anstieg des Tagestourismus. Der neue Fährhafen von Strucklahnungshörn mit seinem großen Parkplatz im Nordwesten von Nordstrand dient als Hauptverbindung zwischen Pellworm und dem Festland und hat zur erneuten Steigerung des Verkehrsaufkommens beigetragen.
 
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5. Gesetzliche Aspekte und Raumplanung
 
Der Beltringharder Koog und die Hallig Südfall sind Naturschutzgebiete, bzw. gehören zum Nationalpark schleswig-holsteinisches Wattenmmeer. Laut Landschaftsrahmenplan erfüllt der Trendermarschkoog die Voraussetzungen für ein Landschaftsschutzgebiet. Das Wattenmeer wurde zum archäologischen Grabungsschutzgebiet erklärt.
Daneben führt der Raumordnungsplan die gesamte Insel und den Elisabeth-Sophien-Koog als Seeheilbäder. Dieses Gebiet ist ebenso Ordnungsraum für Tourismus und Erholung, was die weitere touristische Erschließung reguliert. Auch neue Windkraftanlagen dürfen nur noch an bereits vorhandenen Plätzen gebaut bzw. im Zuge eines Repowering vergrößert werden. Die Verstärkung der Deiche ist für den Osterkoog und den Alten Koog geplant.
Im Denkmalbuch sind nur drei archäologische (Warften) und drei Baudenkmale (Kirchen, Windmühlen) vermerkt.
 
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6. Anfälligkeiten
 
Viele der alten Deiche sind teilweise abgetragen und durch den zunehmenden Bau von Straßen und Häusern, die meist nicht mehr in traditioneller Bauweise errichtet werden, kaum noch zu erkennen. Der Verlauf älterer Priele kann meistens nur noch anhand alter Felderstrukturen erkannt werden, wie um die Schlosswarft herum. Viele der einfachen Denkmäler sind nicht in das Denkmalbuch eingetragen. Sie sind daher anfällig für Veränderungen und Zerstörungen, solange sie nicht einen besseren Schutzstatus erhalten oder in Planungen integriert werden. Obwohl der weitere Bau von touristisch genutzten Gebäuden und Windkraftanlagen beschränkt wurde, existieren weder Konzepte für nachhaltigen Tourismus noch Lösungen für den täglichen Durchgangsverkehr, wodurch die Attraktivität der Region leiden könnte. So könnte z. B. die freie Sicht in die Köge und auf die Deiche durch verstärkte Bauaktivitäten auf den alten Deichen weiter eingeschränkt werden.
Nordstrand ist besonders vom Autoverkehr aufgrund der Straßenverbindung zum Festland und dem Fährhafen nach Pellworm beansprucht. Der außergewöhnliche Charakter einer Insel ist somit fast ganz verloren gegangen. Daneben befremden die signifikanten Kurgebäude in dem historischen Landschaftsbild. Die dichte Anordnung der Häuser, besonders entlang der Hauptstraße, verändert das Aussehen einer ehemals spärlich besiedelten Landschaft deutlich.
 
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7. Möglichkeiten
Der Trendermarschkoog und der Alte Koog besitzen viele Landschaftselemente, wie z. B. die historischen Feldstrukturen und die Deichsiedlungen mit ihren historischen Gebäuden und den Verbindungswegen. Der Pohnshalligkoog zeigt Spuren einer bewohnten Hallig inmitten von Landgewinnungen des frühen 20. Jhs..
Ebenso gibt eine Wanderung durch das Watt nach Südfall die Möglichkeit, die ehemalige Landschaft und Kulturspuren im Wattenmeer zu entdecken. Ein Naturlehrpfad fördert die Wahrnehmung der Besucher für Besonderheiten der Landschaft.
Ein allgemeines Konzept für einen umweltfreundlichen Tourismus, der die Kulturlandschaft mit einschließt, ist nötig. Der Tourismus könnte weitere Vorteile aus den landschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten ziehen, z.B. durch einen Kulturlandschaftspfad.
Des Weiteren könnten eine Steigerung von Dauergästen und ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs helfen, den schädlichen Einfluss des Durchgangsverkehrs auf die Umwelt zu vermindern. Die Rekonstruktion von alten Verbindungswegen besitzt großes Potenzial, um für die Touristen und Einwohner die historische Landschaft erfahbar zu machen und den Erholungswert Nordstrands zu steigern. Der Landschaftsplan regt an, dass der Bau von kombinierten Fahrradwegen und Straßen weniger Platz benötigt, was zum Schutz der alten Deichstruktur beiträgt.
Der Ausbau weiterer touristischer Infrastruktur, die das historische Landschaftsbild verändert, v.a. die Errichtung von Zweitwohnungen, ist durch die Raumplanung eingeschränkt. Daneben können neue Windkraftanlagen nur noch auf den bereits bestehenden Vorrangflächen errichtet und nicht über die bestehenden Grenzen erweitertet werden.
 
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8. Quellen
 
Allgemeine Literatur:
Bantelmann, Landschaft und Besiedlung Nordfrieslands in vorgeschichtlicher Zeit. (Husum 1992)
Bantelmann, Panten, Kuschert, Steensen. Geschichte Nordfrieslands. (Heide 1995)
Bantelmann. Nordfriesland in vorgeschichtlicher Zeit. (Bräist/Bredstedt 2003)
Beseler. Kunst-Topographie Schleswig-Holstein. (Neumünster 1969)
Braun, Strehl (Hg.), Langhaus und Winkelbau. Uthlandfriesische Bauformen im 18. und 19. Jahrhundert. (Bredstedt 1989)
Fahrenkrug et. al. Regionales Entwicklungskonzept Nordfriesland (unveröffentlicht, 2003)
Gemeinsames Wattenmeer Sekretariat (Hg.). Das Wattenmeer. (Stuttgart 2005)
Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein (Hgs.). Regionalplan für den Planungsraum V, Fortschreibung. (Kiel 2004)
Kunz, Panten. Die Köge Nordfrieslands. (Bredstedt 1997).
Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten des Landes Schleswig-Holstein (Hg.). Landschaftsrahmenplan für den Planungsraum V. (Kiel 2002)
Landschaftsplan von Nordstrand
Müller-Wille, Higelke, etc. (Hg.). Norderhever-Projekt, Offa 66. (Neumünster 1988)
Steensen, T. (Hg.). Das große Nordfrieslandbuch. (Hamburg. 2000)
Vollmer, et. al. (Hg.). Landscape and Cultural Heritage in the WaddenSea Region – Project Report. WaddenSea Ecosystem No. 12. CommonWaddenSea Secretariat. (Wilhelmshaven 2001)
 
Karten:
Archäologisches Landesaufnahme Schleswig-Holstein und gis-Kartierung
Lancewad-Daten und gis-Kartierung
Königlich Preußische Landesaufnahme von 1879
 
Stand: 29.08.2007
 
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